Das Ringelnatterprojekt

 

Das auf der Ausstellung gezeigte Tier stammt aus einem NABU-Wiederansiedlungsprojekt für Ringelnattern. Es handelt sich um das Männchen aus der Zuchtgruppe. Die Nachzuchten der letzten Jahre wurden alle in einem kleinem Moor im Landkreis Verden im Auftrag des NABU Verden ausgesetzt.

Das ganze Projekt wird wissenschaftlich begleitet und von der unteren Naturschutzbehörde kontrolliert. Dazu waren viele Voruntersuchungen und Genehmigungen notwendig. In diesem Resthochmoor war die Ringelnatter nicht mehr vorhanden, doch mittlerweile zeigt das Projekt erste Früchte. Bei Nachsuchen und Begehungen konnten Ringelnattern verschiedener Alterstufen gefunden werden. Das bedeutet, dass sich eine sich reproduzierende Population entwickelt. Ein voller Erfolg für den Artenschutz also.

Die Tiere haben dort ideale Lebensbedingungen und viele Möglichkeiten Nahrung zu finden. So ist dieses Moor auch eines der letzten Rückzugsgebiete für den Laubfrosch und viele weitere bedrohte und auf der Roten Liste stehenden Tiere geworden. Dieses ist nur durch das unermüdliche Engagement der freiwilligen Helfer des NABU möglich geworden.

Dieses Projekt soll hier als Beispiel dienen wie eng Arten- und Naturschutz und Terrariennachzuchten verbunden sind. Es soll zeigen, dass wir Terrarienbesitzer keine geltungssüchtigen Spinner sind, sondern verantwortungsbewusst handelnde Menschen, denen das Wohl aller Tiere und der Naturschutz am Herzen liegen.

Sicher gibt es schwarze Schafe, aber das sind wie bei allen Hobbys die aller wenigsten. Viele von uns engagieren sich auch aktiv beim NABU oder anderen Organisationen. Die Erhaltung von stark bedrohten oder bereits in freier Wildbahn ausgestorbener Tiere durch Terrariennachzuchten wird angesichts von immer schneller verschwindender Lebensräume eine immer stärkere Bedeutung haben.

Nur so können Naturschutzgebiete, die sich wieder regenerieren, auch wieder mit den dazu gehörigen Bewohnern besiedelt werden. Wenn sie erst verschwunden sind, ist dies unwiederbringlich. Deshalb zählt jedes Tier, das im Terrarium gehalten oder nachgezogen wurde.

Jörg Cordes